Warum CollabTech die Zukunft des B2B ist
Wir haben den Hype um Zusammenarbeit erlebt: Echtzeit-Dokumente, Slack-Kanäle, asynchrone Produktivität. Das funktioniert grossartig – für Teams innerhalb eines Unternehmens. Aber wie sieht es mit der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus?
Wir haben den Hype um Zusammenarbeit erlebt: Echtzeit-Dokumente, Slack-Kanäle, asynchrone Produktivität. Das funktioniert grossartig – für Teams innerhalb eines Unternehmens. Aber wie sieht es mit der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus?
Das Geschäft hört nicht an der Firewall des Unternehmens auf. Die meisten der heutigen „Kollaborationswerkzeuge" sind für Teams innerhalb eines Unternehmens konzipiert. Sie sind hervorragend geeignet, um internen Teams zu helfen, schneller voranzukommen. Aber was passiert, wenn sie mit einer anderen Abteilung oder sogar einem anderen Unternehmen zusammenarbeiten müssen?
Dann treffen unterschiedliche Systeme, Verträge und Compliance-Anforderungen aufeinander. Plötzlich gibt es Excel-Dateien, E-Mail-Verläufe, gemeinsam genutzte Laufwerke – und Verwirrung.
Deshalb definieren wir eine neue Kategorie: #CollabTech.
Es handelt sich nicht um Tools für die Zusammenarbeit von Teams, sondern um Plattformen für die Zusammenarbeit von Unternehmen mit anderen Unternehmen und deren Kund:innen.
Ein Figma-Moment – für andere Branchen
Figma ist ein browserbasiertes Design-Tool, mit dem mehrere Personen gleichzeitig an Designs arbeiten können – ähnlich wie Google Docs, aber für UI/UX-Design. Keine Downloads, kein Datei-Chaos, nur eine einzige Live-Quelle. Designer:innen, Entwickler:innen und Kund:innen arbeiten gemeinsam – live – an derselben Datei.
Figma hat sich gegen andere Tools wie Sketch durchgesetzt, weil es eine einfache Wahrheit verstanden hat: Design entsteht nicht im luftleeren Raum. Es entsteht über Rollen, Unternehmen und Regionen hinweg. IT-Teams, Produktmanagement, Agenturen und Kund:innen – alle in einer Datei, mit klaren Berechtigungen, Versionenverwaltung und Verantwortlichkeiten – das ist CollabTech.
Stell dir nun vor, dasselbe Prinzip würde angewendet auf:
- Immobilientransaktionen
- Versicherungsabschluss
- B2B-Kreditvergabe
- Austausch von Gesundheitsdaten
Wir brauchen keine weiteren Tools. Wir brauchen gemeinsame Plattformen.
In der realen Welt ist die Zusammenarbeit im B2B-Bereich nach wie vor mühsam manuell.
Daten sind isoliert. Das Vertrauen ist gering. Der Zugriff ist eingeschränkt.
Jede:r erfindet das Rad immer wieder neu. CollabTech-Plattformen beheben dieses Problem durch:
- Schaffung einer neutralen Plattform für strukturierte Arbeitsabläufe
- Festlegung klarer Zugriffsrechte für alle Unternehmen
- Sicherstellung der Compliance und Datensicherheit (DSGVO, KYC, Prüfpfade)
- Unternehmen können sich sicher anschliessen, ohne alles neu aufbauen zu müssen
Zusammenarbeit besteht nicht nur aus Händeschütteln und Empfehlungen. Es geht um Infrastruktur.
Das haben wir bei unserer Immobilienagentur Brixel gelernt. Wenn man will, dass zwei Parteien zusammenarbeiten – zum Beispiel eine Verkäuferin und eine Käuferin, eine Bank und eine Maklerin –, kann man ihnen nicht einfach ein Tool geben und auf Wunder hoffen. Man muss die Zusammenarbeit richtig gestalten.
Das bedeutet, die Schwachstellen aller Beteiligten zu verstehen, die Regeln für die Zusammenarbeit festzulegen und die Erfahrung einfach zu gestalten, auch wenn die zugrunde liegende Logik komplex ist.
CollabTech beschreibt nicht nur Software-Produkte. Es beschreibt Infrastruktur – die Grundlage, auf der verschiedene Akteure sicher zusammenarbeiten können.
Warum gerade jetzt?
APIs sind ausgereift, die Cloud-Sicherheit ist stark, Identitätsstandards verbessern sich und, was am wichtigsten ist, Unternehmen sind endlich bereit, anders zu arbeiten.
Wir sehen überall erste Anzeichen dafür:
- Plattformen, auf denen Banken und Immobilienmakler:innen Daten austauschen
- LegalTech, mit der mehrere Firmen Verträge in einem einzigen Ablauf verwalten können
- Logistiksysteme, die über Lieferketten hinweg synchronisiert werden
Das sind keine Funktionen. Das sind Grundlagen.
Diese Grundlagen werden bestimmen, wie die nächste Generation von B2B-Plattformen aufgebaut sein wird. Wir sehen bereits jetzt die Entstehung von CollabTech-Plattformen:
- Figma (Design-Zusammenarbeit zwischen Unternehmen)
- Juro (Vertragskooperation zwischen Rechtsabteilungen und Kunden)
- Skribble (E-Signaturen, die Unternehmen sicher verbinden)
- Stripe Connect (Finanzinfrastruktur für mehrere Parteien)
- Gridwork (Immobilienmakler und Banken auf einer gemeinsamen Plattform)
Ja, das letzte Beispiel ist unser eigenes Projekt – aber das Prinzip gilt überall.
Hier kommt ihr ins Spiel
Die Herausforderung besteht nicht darin, mehr Tools zu entwickeln, sondern Zusammenarbeit direkt in die Software-Architektur zu integrieren – unternehmensübergreifend, branchenübergreifend.
CollabTech ist mehr als ein Trend. Es beschreibt eine Veränderung in der Art und Weise, wie Wert zwischen Unternehmen geschaffen wird. Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen zusammenarbeiten können, sondern wie strukturiert, sicher und skalierbar diese Zusammenarbeit gestaltet wird.
Wenn ihr Tools entwickelt, die Organisationen – und nicht nur Menschen – miteinander verbinden, arbeitet ihr bereits an #CollabTech.
Geschrieben von Michael Wiedemann, Mitbegründer von Gridwork und Brixel. Wenn du in diesem Bereich tätig bist, lass uns reden. Zusammenarbeit ist nicht mehr nur eine Option – sie ist ein unfairer Vorteil.
Kreierst du etwas in diesem Bereich?
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